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Pizza aufwärmen: So wird die Pizza vom Vortag wieder knusprig

Zwei Stücke Pizza vom Vortag werden in einer Pfanne mit Glasdeckel aufgewärmt

Kurz gesagt: Leg die Stücke in eine vorgeheizte Pfanne und lass den Boden 2 bis 3 Minuten ohne Deckel knusprig werden. Dann gibst du ein paar Tropfen Wasser neben die Pizza und setzt für 1 bis 2 Minuten den Deckel auf. So kannst du Pizza aufwärmen, ohne dass der Boden labbrig wird: Der Dampf schmilzt den Käse, die Hitze von unten festigt den Teig. Voraussetzung: Die Reste lagen gekühlt und sind höchstens zwei bis drei Tage alt.

Die Pizza vom Vortag hat einen schlechten Ruf, und meistens ist die Mikrowelle schuld. Sie erhitzt vor allem das Wasser im Teig, und der Dampf kann nirgendwohin. Aus dem Boden wird etwas zwischen Gummi und Waschlappen. Das eigentliche Problem beginnt allerdings schon im Kühlschrank: Dort zieht Feuchtigkeit aus Tomate und Käse in den Teig, gleichzeitig wird die Stärke fest. Es ist derselbe Vorgang, der Brot altbacken macht; Fachleute sprechen von Retrogradation.

Beides lässt sich umkehren, wenn du zwei Dinge kombinierst: Hitze von unten und ein wenig Dampf von oben. Wie das mit Pfanne, Backofen, Heißluftfritteuse und notfalls Mikrowelle klappt, liest du hier. Außerdem erfährst du, welche Pizza welche Methode braucht und was schon bei der Aufbewahrung zählt.

Bevor du loslegst: Pizza richtig aufbewahren

Wie gut die Pizza morgen schmeckt, entscheidet sich heute Abend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Reste gegarter Speisen im Kühlschrank aufzubewahren und innerhalb von zwei bis drei Tagen zu verbrauchen. Warme Speisen sollen dafür innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C abkühlen.

Der Karton selbst ist ein schlechter Aufbewahrungsort. Die Pappe saugt Fett und Feuchtigkeit, nimmt Kühlschrankgerüche an und lässt die Ränder austrocknen. Besser ist eine Dose mit Deckel.

Pizza in der Pfanne aufwärmen: Schritt für Schritt

Die Pfanne ist die beste Methode für einzelne Stücke. Sie liefert direkte Kontakthitze von unten, ähnlich wie der heiße Boden eines Pizzaofens. Der Deckel sorgt oben für die nötige Wärme. Die Zeiten sind Richtwerte, denn jeder Herd heizt anders.

  1. Pfanne vorheizen: Eine beschichtete oder gusseiserne Pfanne ohne Öl 1 bis 2 Minuten auf mittlerer Stufe erhitzen ➔ Ergebnis: Der Boden bekommt sofort Kontakthitze.
  2. Stücke einlegen: Pizza mit dem Boden nach unten nebeneinanderlegen, nicht stapeln, und 2 bis 3 Minuten ohne Deckel braten ➔ Ergebnis: Die Unterseite ist trocken und knusprig.
  3. Dampf erzeugen: Etwa einen Teelöffel Wasser neben die Stücke in die Pfanne geben, nicht auf die Pizza, und sofort den Deckel aufsetzen ➔ Ergebnis: Der Dampf erhitzt Belag und Käse von oben.
  4. Fertig garen und prüfen: Nach 1 bis 2 Minuten den Deckel abnehmen und die Mitte prüfen ➔ Ergebnis: Der Käse ist geschmolzen, die Pizza durch und durch heiß.

Beim Prüfen hilft dir die Empfehlung des BfR: Speisen sollen beim Aufwärmen an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang 70 °C erreichen. Mit einem Einstichthermometer misst du das an der dicksten Stelle. Ohne Thermometer gilt: Die Mitte muss dampfend heiß sein, nicht bloß lauwarm.

💡 Insider-Kniff: Nimm alles Frische vor dem Aufwärmen herunter, etwa Rucola, Parmaschinken oder Burrata. Diese Zutaten kommen in der Pizzeria meist erst nach dem Backen auf die Pizza und vertragen keine zweite Hitze. Rucola fällt sonst zusammen, Schinken wird zäh und salzig, Burrata läuft aus. Leg sie erst auf die fertig aufgewärmte Pizza zurück.

Backofen, Heißluftfritteuse oder Mikrowelle: So klappt es auch dort

Im Backofen: für die ganze Pizza oder viele Stücke

Der Backofen lohnt sich, wenn mehrere Leute gleichzeitig essen wollen. Entscheidend ist, dass du das Blech mit vorheizt. Nur so bekommt der Boden sofort Hitze von unten, statt langsam mit dem Blech warm zu werden. Heiz den Ofen mit Blech oder Pizzastein auf etwa 200 bis 220 °C Ober- und Unterhitze vor. Dann legst du die Stücke auf Backpapier direkt darauf. Nach rund 5 bis 8 Minuten ist die Pizza meist fertig. Wird der Rand zu dunkel, bevor der Käse schmilzt, leg ein Stück Alufolie lose darüber.

In der Heißluftfritteuse: schnell und knusprig

Die Heißluftfritteuse (Airfryer) arbeitet wie ein kleiner Umluftofen und ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Bei etwa 180 °C brauchen einzelne Stücke rund 3 bis 5 Minuten. Leg die Pizza nur in einer Lage in den Korb. Schau nach der Hälfte der Zeit kurz nach, denn kleine Geräte heizen sehr unterschiedlich.

In der Mikrowelle: nur als Notlösung

Knusprig wird in der Mikrowelle nichts. Wenn sie trotzdem die einzige Möglichkeit ist, stell ein Glas Wasser mit hinein. Wärme die Pizza dann bei mittlerer Leistung in kurzen Intervallen von 30 bis 60 Sekunden. Das Wasser nimmt einen Teil der Energie auf. Die Pizza erwärmt sich dadurch sanfter, und der Rand wird meist weniger zäh. Das BfR weist außerdem darauf hin, in der Mikrowelle auf gleichmäßiges Erwärmen zu achten. Dreh die Stücke deshalb zwischendurch.

Für dicke Stücke gibt es eine Kombi, die besser funktioniert als jede Methode allein: 30 Sekunden Mikrowelle für die Wärme innen, danach 1 bis 2 Minuten Pfanne für den Boden.

Welche Methode passt zu welcher Pizza?

Nicht jede Pizza verträgt jede Methode. Eine dünne neapolitanische Pizza hat eine weiche, feuchte Mitte und einen luftigen Rand, den Cornicione. Im Backofen trocknet dieser Rand schnell aus, in der Pfanne wird die Mitte dagegen fest, ohne dass der Rand leidet. Warum dieser Stil ohnehin so empfindlich ist, erklären wir im Ratgeber neapolitanische Pizza.

Die klassische Lieferpizza mit festem, gleichmäßig dünnem Boden ist unkompliziert. Pfanne und Heißluftfritteuse liefern hier die besten Ergebnisse.

Bei dickem Boden, Pan-Pizza oder Calzone liegt die Herausforderung innen. Hier ist der Backofen bei etwas niedrigerer Temperatur um 180 °C die bessere Wahl, anfangs mit Alufolie abgedeckt. So wird das Innere heiß, bevor die Oberfläche verbrennt. Gerade bei einer gefüllten Calzone lohnt sich der Blick aufs Thermometer.

Musst du viele Stücke auf einmal aufwärmen, führt am Backofen kein Weg vorbei. Die Pfanne schafft meist nur zwei Stücke pro Durchgang.

Fazit: Hitze von unten, Dampf von oben

Hinter allen Methoden steckt dasselbe Prinzip: Der Boden braucht direkte Hitze, damit er wieder fest wird. Der Belag braucht etwas Feuchtigkeit, damit er schmilzt statt austrocknet. Die Pfanne setzt das am einfachsten um, der Backofen am besten für große Mengen, die Mikrowelle nur mit Kompromissen.

Noch wichtiger ist der Abend davor: Wer die Reste zügig kühlt und nicht im Karton lagert, hat am nächsten Tag die halbe Arbeit schon erledigt. Ahnst du beim Bestellen schon, dass etwas übrig bleibt? Dann ist eine Pizza mit festerem Boden die bessere Wahl als eine hauchdünne.

Sind die Reste weg und der Hunger ist wieder da? Über die Pizzerien in deiner Stadt findest du frische Pizza aus deiner Nähe. Mehr rund ums Bestellen und Liefern beantworten wir in den häufigen Fragen.

FAQ

Wie lange ist Pizza im Kühlschrank haltbar?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Reste gegarter Speisen im Kühlschrank aufzubewahren und innerhalb von zwei bis drei Tagen zu verbrauchen. Das gilt auch für Pizza. Wichtig ist, dass sie zügig in den Kühlschrank kommt und nicht erst stundenlang bei Zimmertemperatur steht.

Kann man Pizza vom Vortag kalt essen?
Ja, wenn sie direkt nach dem Essen gekühlt wurde und innerhalb der Frist von zwei bis drei Tagen gegessen wird. Kalte Pizza ist eine Geschmacksfrage. Lag sie dagegen über Nacht ungekühlt herum, solltest du sie weder kalt noch aufgewärmt essen.

Darf man Pizza mehrmals aufwärmen?
Besser nicht. Jedes Abkühlen und Wiedererwärmen führt die Pizza erneut durch den Temperaturbereich, in dem sich Keime gut vermehren. Außerdem leidet jedes Mal die Qualität. Wärme deshalb nur so viel auf, wie du auch wirklich isst.

Kann man Pizza einfrieren?
Ja. Pack die Stücke einzeln und luftdicht ein, am besten mit Backpapier dazwischen. Zum Aufwärmen kommen sie ohne Auftauen in den vorgeheizten Backofen und brauchen dort ein paar Minuten länger als gekühlte Stücke.

Darf der Pizzakarton mit in den Backofen?
Nein. Pappe ist brennbar und nicht für hohe Temperaturen gemacht. Leg die Pizza auf ein Blech mit Backpapier oder direkt auf einen Pizzastein.


Disclaimer: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und Information. Sie ersetzen keine individuelle fachliche Beratung. Bei spezifischen Fragen sollte stets ein qualifizierter Experte aus dem entsprechenden Fachgebiet konsultiert werden.

👤 Über den Autor

Matteo Lindner ist Food-Redakteur bei Pizza-Lieferdienst.com und schreibt über alles, was zwischen Teigschüssel und Haustür passiert. Seine Schwerpunkte sind Teigführung, italienische Pizzastile und die Frage, wie eine Pizza den Lieferweg möglichst gut übersteht. Für das Verzeichnis ordnet er Qualitätsmerkmale wie Steinofen, Langzeitteig und Zutaten ein und übersetzt Fachbegriffe in verständliche Sprache. Seine Artikel stützen sich auf offizielle Regelwerke, Behördenempfehlungen und die Angaben der Pizzerien selbst.

Quellen

Matteo Lindner
Matteo Lindner

Food-Redakteur & Pizza-Tester

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